Haustiere

Haustiere sind nicht mehr aus dem Leben wegzudenken. Erfahre mehr über die haarigen Schätze!

Vom Wild- zum Haustier

Haustiere – egal ob wirtschaftlich als Nutztier oder einfach zum Liebhaben als Heimtier – sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Um aus einem Wildtier ein Haustier zu machen, bedarf es allerdings einiger Ereignisse und viel Zeit. Die Domestikation, so wird die Haustierwerdung mit einem Fachbegriff genannt, erstreckt sich über viele Generationen und bringt einige Veränderungen mit sich. Das Tier gewöhnt sich einerseits durch das permanente Zusammenleben an den Menschen, wodurch es zahmer und umgänglicher wird. In weiterer Folge können einige auch dressiert werden, wie beispielsweise der Hund. Das wahrscheinlich älteste Haustier wurde bereits 13.000 v. Chr. aus dem Wolf domestiziert und wird heute in zahlreichen Bereichen eingesetzt (z.B. Jagd-, Hütte-, Lawinen-, Blinden- und Therapiehund). Einerseits verändert der Mensch Aussehen und Verhalten durch gezielte Zucht, die zu zahlreichen Charakteren sowie Größen-, Fell- und Farbvariationen führen – sogenannte Rassen. Andererseits sind die Sinnesleistungen teilweise erheblich schlechter und die Gehirngrößen bis zu 30 % (z. B. Schaf und Hund) kleiner als bei den wilden Verwandten. Haustiere wären daher in der Wildnis ohne menschliche Hilfe kaum überlebensfähig.

Tierwelt Herberstein

Der Anspruch, den der Mensch an seine Haustiere stellt, veränderte sich im Laufe der Geschichte. Heute sind viele Rassen vom Aussterben bedroht, weil sie in der modernen Welt keine Verwendung mehr finden. Die Tierwelt Herberstein beherbergt daher auch einige bedrohte Haustierrassen.

Vom Lasttier mit zwei Höckern bis zum gefiederten Wachhund

Das Trampeltier ist auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht das, was man sich unter einem klassischen Haustier vorstellt. Tatsächlich unterscheidet es sich auch nur gering von der Wildform. Man entdeckte schon sehr früh, dass es sich beim größten Vertreter der Kamele durch ihre unglaubliche Genügsamkeit, Ausdauer und Kraft um ein hervorragendes Lasttier handelt. Es kommt mit Temperaturen zwischen - 40° C und + 40° C zurecht, weil die eigene Körpertemperatur um einige Grad schwanken kann. Dadurch beginnt ein Kamel erst später zu schwitzen und spart somit Wasser. Es überlebt einen Flüssigkeitsverlust von rund der Hälfte seines eigenen Körpergewichts. Für den Menschen ist bereits ein Verlust von 10 % tödlich. Außerdem kann es bis zu 150 Liter auf einmal trinken und dafür danach tagelang ohne erneute Wasseraufnahme auskommen.

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Anpassungen an das harte Wüstenleben

Hufe:
Schwielensohlen: Pölster aus elastischem Bindegewebe verbreitern den Fuß und verhindern ein Einsinken im Wüstensand. Außerdem schützen sie vor der Hitze des Bodens.

Höcker:
Die Höcker dienen als Fettspeicher.

Nase:
Die Nasenlöcher sind schlitzförmig und lassen sich vollständig verschließen. Mit Hilfe der Nasenschleimhäute wird der Wasserdampf aus der Atemluft direkt aufgenommen und wieder dem Körper zugeführt.

Augen:
Die Augen sind durch eine doppelte Wimpernreihe geschützt.

Ohren:
Die Ohren sind stark behaart.

Lamas und Alpakas

Südamerikanische Kamele gibt es in zwei Wildformen: Guanako und Vikunja. Die beiden domestizierten Formen Lama und Alpaka sind aus dem Guanako entstanden. Anders als Trampeltiere finden die Andenbewohner regelmäßig Nahrung, wodurch sie nicht auf einen Fettspeicher angewiesen sind und daher keine Höcker haben. Lamas werden vielseitig genutzt. Sie dienen als Fleisch- und Lasttiere, aus der Haut wird Schuhwerk, aus der Wolle Kleidung, aus dem Fett Kerzen und aus dem getrockneten Kot Brennstoff hergestellt.

Die Lama-Herde befindet sich im Bereich AMERIKA.

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Die kleineren Alpakas wurden in Südamerika ursprünglich wegen ihrer Wolle gezüchtet. Die Wolle ist frei von Lanolin, einem Stoff, der Allergien auslösen kann und daher auch für Allergiker geeignet. Die sehr zutraulichen und freundlichen Tiere werden gerne auch als Therapietiere eingesetzt. 

Weißer Barockesel

Beim Weißen Barockesel handelt es sich weniger um ein Nutztier als um ein Tier der Liebhaberei. Wegen seines hübschen weißen Fells wurde er in der Barockzeit als Haustier für besser gestellte Damen und Kinder gehalten. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass für die hellgelbe Fellfärbung das „Champagne-Gen“  verantwortlich ist. Somit könnten unsere Esel auch als „Champagneresel“ bezeichnet werden. Leider gibt es heute weltweit nur mehr rund 250 Tiere. Die größte Gruppe befindet sich im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel, doch die allgemeinen Zuchterfolge sind schlecht. Der weiße Esel mit den blauen Augen ist akut vom Aussterben bedroht.

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Ziege

Die nach dem Hund zweitältesten Haustiere sind die Ziegen. Sie werden in erster Linie zur Milchgewinnung gehalten, liefern aber auch Fleisch, Horn und Haare. Da sie bevorzugt junge Triebe knabbern, können sie sehr großen Schaden anrichten und trugen in manchen Gebieten der Erde zur Ausdehnung der Wüsten bei.

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Unsere Zwergziegen tummeln sich im Streichelzoo,  mit ihren maximal 30 kg erreichen sie nur ca. ein Drittel des Körpergewichts einer „normalen“ Hausziege. Sie freuen sich darauf gestreichelt und gebürstet zu werden. Wenn sie dann wieder genug davon haben, schlüpfen sie ganz einfach durch den Zaun in ihren Ruhebereich, um sich ungestört ein Schläfchen zu genehmigen.

Schaf

In etwa zeitgleich mit den Ziegen wurde das Schaf als Milch-, Fleisch- und Wolllieferant domestiziert. Heute werden Schafe außerdem vielfach auch in der Landschaftspflege eingesetzt.

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Das Ungarische Zackelschaf mit seinen ausladenden, gedrehten Hörnern ist eine der ältesten Schafrassen überhaupt und die letzte noch erhaltene Rasse mit Schraubenhörnern. Mit der Intensivnutzung der Puszta ging der Bestand stark zurück, wodurch die Rasse heute vom Aussterben bedroht ist.

Unsere Zackelschafe leben bei den Lamas im Bereich AMERIKA.

Während das grobe Fell der weißen oder schwarzen Zackelschafe bis zu 30 cm lang wird, hat das aus Westafrika stammende Kamerunschaf ein feines, kurzes Haarkleid, das nicht geschoren werden muss. Im Winter schützt eine zusätzliche dichte Unterwolle vor der Kälte. Nur die männlichen Schafe tragen sichelförmige Hörner und eine Mähne an Hals und Brust.

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Schwein

Von den zahlreichen Schweinerassen gibt es in der Tierwelt Herberstein zwei Vertreter – das aus Neuseeland stammende Kunekune Schwein und Minischweine. Schweine sind sehr sozial und leben in Familiengruppen – sogenannten Rotten. Einzelhaltung ist daher nicht erlaubt.

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Kunekune Schweine gelangten wahrscheinlich mit Seefahrern aus dem asiatischen Raum nach Neuseeland. Kune kune bedeutet „dick und rund“, was das Aussehen der Tiere recht gut beschreibt. Aufgrund ihrer Fleisch- und Fettqualität wurden sie von den Maori sehr geschätzt. Mit der Änderung der Ernährungsgewohnheiten im 20. Jahrhundert ging die Zahl der Schweine bis an den Rand der Ausrottung zurück. Nur wenige der recht bunt gefärbten Borstentiere blieben erhalten, mit ihnen wurden schließlich erste Zuchtgruppen gegründet.

Nicht zum Verzehr, dafür aber als beliebtes Heimtier werden Minischweine gehalten. Ursprünglich wurden sie aufgrund des geringeren Platzbedarfs als Labortiere für die humanmedizinische Forschung gezüchtet. Wie alle Schweine sind sie sehr sauber und gelehrig, eine reine Wohnungshaltung ist jedoch nicht schweinegerecht. Sie brauchen viel Auslauf und lieben es im Schlamm zu suhlen. Die Schlammpackung wirkt wie Sonnencreme, hält die Haut feucht und vertreibt Parasiten. Außerdem ist so ein Schlammbad eine willkommene Abkühlung, da Schweine nicht schwitzen können.

Kaninchen & Meerschweinchen

Unsere kleinsten Haustiervertreter sind die Kaninchen und Meerschweinchen. Diese beiden Heimtiere werden häufig zusammen gehalten, was aber keine passende Lebensgemeinschaft darstellt und in Österreich mittlerweile durch das Tierschutzgesetz verboten ist. Meerschweinchen und Kaninchen sind grundlegend verschieden.

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Zunächst einmal sprechen sie nicht dieselbe Sprache: Während Meerschweinchen eher lautstark miteinander kommunizieren, sagen sich Kaninchen durch Körpersprache, was Sache ist. Weiters haben sie einen unterschiedlichen Tagesrhythmus: Kaninchen sind vorwiegend morgens und abends aktiv, bei Meerschweinchen wechseln Aktiv- und Ruhephasen in mehreren Perioden über den Tag verteilt ab. Da kann es schon mal zu gegenseitigen Störungen bei einem Nickerchen kommen. Beide Tierarten sind jedoch sehr sozial und brauchen unbedingt Artgenossen um sich herum.

Übrigens: Seinen Namen hat das Meerschweinchen erst in Europa bekommen, als es von Südamerika per Schiff über das Meer kam und das Quieken der Tierchen an ein Schwein erinnerte. In Südamerika werden Meerschweinchen heute noch als Fleischtiere genutzt. Auch das Kaninchen wurde ursprünglich als Fleisch-, zusätzlich noch als Pelztier gezüchtet. Kaninchen sind auch keine zu klein geratenen Hasen, sondern eine ganz eigene Tierart.

Mini Appaloosa

Mit den Mini Appaloosas leben auch kleine Vertreter der großen Pferdefamilie im Haustierzoo. Minipferde wurden in früheren Jahrhunderten an vielen Königshöfen gehalten und gezüchtet – als Spielgefährten für die Kinder. Mit dem Verschwinden der Monarchien ist auch das kleine Pferd fast verschwunden. Ausgehend von Amerika, wo die Zucht seit den 1960er Jahren verstärkt betrieben wurde, gelangten die Tiere wenige  Jahre später auch wieder nach Europa.

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Ungarisches Steppenrind

Die sillberweiß bis aschgrauen Ungarischen Steppenrinder sind eine typische „Dreinutzungsrasse“. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie weit verbreitet als Milch- und Fleischlieferanten und aufgrund ihrer Robustheit auch als Zugtiere gehalten. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und der Spezialisierung auf Milch- oder Fleischwirtschaft verlor die Rasse mehr und mehr an Bedeutung. Heute spielen sie eine wichtige Rolle bei der extensiven Weidewirtschaft und der Offenhaltung von Graslandschaften wie zum Beispiel der ungarischen Puszta oder auch des Nationalparkgebietes rund um den Neusiedlersee.

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Hausgans

Hausgänse sind in der Tierwelt Herberstein die gefiederten Wächter der asiatischen Antilopen und Davidshirsche. Gänse sind anspruchslos und wurden früher auf beinahe jedem Bauernhof als Lieferanten von Eiern, Fleisch und Federn gehalten. Aufgrund der im Vergleich zu ihren wilden Verwandten höheren Körpermasse sind Hausgänse flugunfähig. Übrigens: Das gewaltsame Füttern, auch Stopfen genannt, um eine fetthaltige Gänseleber zu erhalten, ist in Österreich mittlerweile verboten!

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